Ein Gebäude wird mit ordentlichen Abschottungen übergeben – und zehn Jahre später stellt die Brandschau Dutzende Mängel fest. Dazwischen liegen neue Datenleitungen, eine getauschte Heizung, zwei Mieterwechsel. Diese Befunde begegnen uns am häufigsten:
- Offene Durchbrüche. Kernbohrungen und Aussparungen, durch die Leitungen ohne jeden Verschluss laufen.
- Bauschaum. Gelber Montageschaum ist brennbar und kein Brandschutzprodukt.
- Lose Mineralwolle. Gestopfte Wolle ohne Beschichtung und ohne Nachweis hält Rauch nicht zurück.
- Durchstoßene Schotts. Neue Kabel wurden durch ein vorhandenes Schott geschoben, das Loch blieb offen.
- Überbelegung. In der Öffnung liegen mehr Kabel, als das System zulässt.
- Falsche Leitungen. Brennbare Rohre in einem Schott, das nur für Kabel zugelassen ist.
- Gemischte Produkte. Reparaturen mit Material eines anderen Herstellers.
- Fehlende Schilder. Ohne Kennzeichnung lässt sich das System nicht zuordnen.
- Zu geringe Abstände. Öffnungen liegen dichter beieinander, als der Nachweis erlaubt.
- Offene Fugen. Wandanschlüsse an Decken oder Fassaden, die nie verschlossen wurden.
Wo man suchen sollte
Die kritischen Stellen liegen selten im Blickfeld: über abgehängten Decken in Fluren, in Steigeschächten, in Technikzentralen und Unterverteilungen, im Doppelboden von Serverräumen und an den Wänden von Treppenräumen. Eine systematische Begehung arbeitet sich Geschoss für Geschoss an den Brandabschnittsgrenzen entlang.
Wie die Sanierung abläuft
Zuerst wird jeder Befund mit Foto, Lage und Größe erfasst. Daraus entsteht eine Liste, die sich nach Dringlichkeit ordnen lässt – Rettungswege zuerst. Anschließend bauen wir ungeeignetes Material zurück, bereiten die Öffnungen vor und stellen zugelassene Abschottungen her. Am Ende steht eine Dokumentation, die den Zustand vorher und nachher gegenüberstellt. Mehr dazu unter Rückbau und Demontage.
