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TFT Brandschutz

Brandschutz-Glossar

34 Begriffe aus dem baulichen Brandschutz – kurz erklärt, mit Verweisen auf Leistungen und Ratgeber.

A

Abschottung
Verschluss einer Öffnung in einer Wand oder Decke mit Feuerwiderstand, durch die Leitungen geführt sind. Die Abschottung stellt sicher, dass Feuer und Rauch nicht über die Durchführung in den nächsten Brandabschnitt gelangen.Kabel- und Rohrabschottungen
Allgemeine Bauartgenehmigung (aBG)
Vom Deutschen Institut für Bautechnik erteilter Nachweis für eine Bauart – also für das Zusammenfügen von Bauprodukten zu einem Bauteil, zum Beispiel einer Abschottung. Die aBG regelt Einbau, Anwendungsbereich und Kennzeichnung.
Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ)
Nationaler Verwendbarkeitsnachweis für Bauprodukte. Ältere Abschottungssysteme sind häufig noch über eine abZ geregelt; neuere Bescheide werden als Bauartgenehmigung oder kombiniert erteilt.
Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP)
Verwendbarkeitsnachweis, der von einer anerkannten Prüfstelle auf Grundlage einer Brandprüfung ausgestellt wird – üblich zum Beispiel für Installationskanäle, Unterdecken und Bekleidungen.

B

Baustoffklasse
Einstufung eines Materials nach seinem Brandverhalten, etwa nichtbrennbar (A1, A2), schwerentflammbar (B1) oder normalentflammbar (B2). Nicht zu verwechseln mit der Feuerwiderstandsklasse eines Bauteils.
Brandabschnitt
Bereich eines Gebäudes, der durch Brandwände und feuerbeständige Decken von anderen Bereichen getrennt ist. Ein Brand soll für eine bestimmte Zeit auf diesen Abschnitt begrenzt bleiben.
Brandlast
Die Menge an brennbarem Material in einem Raum – einschließlich Kabelisolierungen und Kunststoffrohren. In Rettungswegen ist die zulässige Brandlast stark begrenzt.
Brandschutzklappe
Absperrvorrichtung in einer Lüftungsleitung, die bei Brand selbsttätig schließt. Ihre Klassifizierung gilt nur in Verbindung mit dem geprüften Einbau, zu dem auch der Verschluss des umlaufenden Spalts gehört.Fugenverschluss um Brandschutzklappen
Brandschutzkonzept
Objektbezogene Planung aller baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutzmaßnahmen. Bei Sonderbauten ist es Teil der Baugenehmigung und für die Ausführung verbindlich.
Brandwand
Wand zur Trennung von Brandabschnitten. Sie muss feuerbeständig sein, aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und auch unter mechanischer Beanspruchung standhalten.

D

Dämmschichtbildner
Material, das unter Hitze aufschäumt und eine wärmedämmende Schicht bildet. Dämmschichtbildner stecken in Rohrmanschetten, Brandschutzschäumen, Kabelbandagen und Stahlbeschichtungen.

E

E-Kanal
Kabelkanal mit Funktionserhalt. Er schützt die Kabel im Inneren vor einem Brand von außen, sodass sicherheitstechnische Anlagen 30 oder 90 Minuten weiterarbeiten (E 30, E 90).I-, E- und L-Kanal-Systeme
EI 30 / EI 60 / EI 90 / EI 120
Europäische Klassifizierung nach DIN EN 13501-2. E steht für den Raumabschluss, I für die Wärmedämmung, die Zahl für die Dauer in Minuten. Mit R kommt die Tragfähigkeit hinzu (REI).Feuerwiderstandsklassen erklärt
Einheits-Temperaturzeitkurve (ETK)
Genormter Temperaturverlauf für Brandprüfungen. Nach 30 Minuten werden 842 °C erreicht, nach 90 Minuten 1.006 °C.
Europäische Technische Bewertung (ETA)
Europäischer Nachweis der Leistung eines Bauprodukts, Grundlage für die CE-Kennzeichnung. Für den Einbau in Deutschland wird sie häufig durch eine Bauartgenehmigung ergänzt.

F

Feuerbeständig
Bauaufsichtlicher Begriff für eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten (F 90).
Feuerhemmend
Bauaufsichtlicher Begriff für eine Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten (F 30).
Feuerwiderstandsklasse
Angabe, wie lange ein Bauteil im Brandversuch seine Funktion behält – zum Beispiel F 90 für eine Wand oder S 90 für eine Kabelabschottung.Feuerwiderstandsklassen erklärt
Funktionserhalt
Anforderung, dass elektrische Leitungsanlagen sicherheitsrelevanter Einrichtungen im Brandfall für 30 oder 90 Minuten funktionsfähig bleiben.

H

Hochfeuerhemmend
Bauaufsichtlicher Begriff für eine Feuerwiderstandsdauer von 60 Minuten (F 60).

I

I-Kanal
Installationskanal, der einen Brand der Leitungen im Inneren vom umgebenden Raum fernhält – typisch für Kabeltrassen in notwendigen Fluren (I 30 bis I 120).I-, E- und L-Kanal-Systeme

K

Kennzeichnungsschild
Dauerhaftes Schild neben einer Abschottung mit System, Feuerwiderstandsklasse, Zulassungsnummer, Errichter und Herstellungsjahr.Abschottungen kennzeichnen und dokumentieren
Kombiabschottung
Abschottung, die für die gemeinsame Durchführung von Kabeln und Rohren in einer Öffnung geprüft ist.

L

L-Kanal
Feuerwiderstandsfähige Lüftungsleitung (L 30 bis L 120), die Brandabschnitte ohne Brandschutzklappe überbrücken darf.I-, E- und L-Kanal-Systeme
Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR)
Technische Regel für Leitungen in Rettungswegen, für die Führung durch Wände und Decken und für den Funktionserhalt.Die MLAR kurz erklärt

M

Mörtelschott
Abschottung aus Brandschutzmörtel. Formstabil und robust, vor allem in massiven Wänden und Decken.

N

Nachbelegung
Nachträgliches Einziehen weiterer Leitungen durch eine bestehende Abschottung. Sie ist nur im Rahmen des Verwendbarkeitsnachweises zulässig und muss fachgerecht verschlossen werden.
Notwendiger Flur
Flur, über den Rettungswege aus Aufenthaltsräumen zu Treppenräumen oder ins Freie führen. An Wände, Decken und Leitungen in notwendigen Fluren gelten besondere Anforderungen.

R

Rohrmanschette
Metallgehäuse mit aufschäumender Einlage, das um ein brennbares Rohr gesetzt wird. Im Brandfall drückt die Einlage das erweichende Rohr zusammen und verschließt die Öffnung.

S

Schaumschott
Abschottung aus Brandschutzschaum für kleine bis mittlere Öffnungen, leicht nachzubelegen.
Streckenisolierung
Dämmung nichtbrennbarer Rohre mit Mineralwolle auf einer bestimmten Länge beiderseits des Bauteils. Sie verhindert, dass die Wärme über das Rohr auf die andere Seite geleitet wird.

Ü

Übereinstimmungserklärung
Schriftliche Bestätigung des Errichters, dass er eine Bauart – etwa eine Abschottung – entsprechend dem Verwendbarkeitsnachweis ausgeführt hat.

V

Verwendbarkeitsnachweis
Sammelbegriff für die Nachweise, die den Einsatz eines Bauprodukts oder einer Bauart erlauben: Zulassung, Bauartgenehmigung, Prüfzeugnis oder Europäische Technische Bewertung.

W

Weichschott
Abschottung aus beschichteten Mineralfaserplatten. Leicht, für große Öffnungen geeignet und gut nachbelegbar.Weichschott, Mörtelschott oder Schaum?

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